Oberseminar Südwest
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Frühjahr 2012
- Das Oberseminar Südwest im Frühjahr 2012 findet am 10. April 2012 (am 2. Dienstag im April) in Heidelberg statt.
Herbst 2011
Organisatorisches
- Das Oberseminar Südwest im Herbst 2011 findet am 19. November 2011 (am vorletzten Samstag im November) von 10 bis 17 Uhr an der Universität Mainz statt: Staudinger Weg 9, 5. Etage, Hilbertraum (ausgeschildert),
Programm
- 10 Uhr Christian Fahse (Landau) (60 min Vortrag + 30 min Diskussion) 7:0=? - Division durch Null und "Sonden" in der empirischen Unterrichtsforschung
Schülervorstellungen zur Division durch Null sind in der Literatur beschrieben, aberkaum quantitativ untersucht. Es wird der Zwischenstand einer Fragebogenerhebung an 365 Schüler/inne/n in vier kompletten Jahrgangsstufen (7, 9, 11,13) eines Gymnasiumsberichtet. Die Schüler/innen gaben Ergebnis und Begründung zu 7:0=? sowie Fragen zum Unterricht an.Hierbei wird u. a. die Entwicklung der Vorstellungen zum Ergebnis mit wachsendem Schulalterund der Einfluss der Grundschule untersucht und vor allem eine Typisierung derBegründungsarten vorgenommen. Die verschiedenen Lerngruppen zeigen bestimmte Muster, deren Bezug zum aktuellen oder früheren Unterrichtsstil zu klären wäre, z. B. durch den Vergleichmit Interventionsgruppen, die das Thema in der 6. Klasse bei jeweils konsequenterBeschränkung der Lehrkraft auf die Moderatorenrolle sich selbst erarbeiteten.Die Umfrage lässt sich möglicherweise als "Sonde" auffassen. Sonden sindInstrumente, die z. B. in der Astronomie und der Medizin eingesetzt werden, um mit Hilfe eines minimalenEingriffs eine maximale Informationsdichte zu spezifischen Aspekten zu erhalten. Im Vortrag wirddiskutiert, ob die Metapher der Sonde auch für die empirische Unterrichtsforschung wertvoll seinkann. Diese Perspektive kann einerseits dazu beitragen, bestehende Forschungsinstrumente neueinzuordnen und andererseits die Entwicklung neuartiger Forschungsinstrumente anregen.
- 12 Uhr Mittagessen im Restaurant Plaka in Uninähe, Diskussion über die Weiterentwicklung des Oberseminars
- 14 Uhr Diskussion zu "Tätigkeit und Begriff".
In der Literatur gibt es zahlreiche Theorieansätze zum Fragenfeld "Handeln und Begreifen, Tätigkeit und Begriff", die in der Mathematikdidaktik mal mehr und mal weniger bewusst erinnert werden. Bekannte Stichworte dazu sind "Enaktiv-ikonisch-symbolisch", "Operatives Prinzip", "Denken als Ordnen des Tuns" ... Die Frage, wie man diese Ansätze sinnvoll zusammenführt, ist noch nicht befriedigend beantwortet. Eine Antwort wird auch dadurch erschwert, dass die Theorien ihre je eigene Sprache haben. Diskussionswürdig ist neben einer theoretischen Durchdringung für die Mathematikdidaktik als Wissenschaft insbesondere auch, was Studierende und Lehrpersonen davon wissen sollten. Und dazu: Gibt es zur Lehre an der Hochschule besonders gute die Theorie(n) prototypisch veranschaulichende, unterrichtrelevante Beispiele? ... Um die Diskussion in Gang zu bringen gibt es zunächst die Impulsreferate "Enaktiv-Ikonisch-Symbolisch & Co" (Anselm Lambert), "Begriffsbildung von Begriffsbildung in der (deutschsprachigen) Mathematikdidaktik" (Verena Rembowski) und "Tätigkeit: Traditionen aus dem Osten" (Ysette Weiss-Pidstrygach).
Angemeldete Teilnehmende
- Martin Dexheimer (Landau)
- Ulrike Dreyer (Landau)
- Christian Fahse (Landau)
- Katja Krüger (Paderborn)
- Anselm Lambert (Saarbrücken)
- Christian Michalke (Paderborn)
- Engelbert Niehaus (Landau)
- Rolf Oechsler (Landau)
- Melanie Platz (Landau)
- Verena Rembowski (Saarbrücken)
- Matthias Römer (Saarbrücken)
- Jürgen Roth (Landau)
- Markus Vogel (Heidelberg)
- Marie-Christine von der Bank (Saarbrücken)
- Ralf Wagner (Landau)
- Ysette Weiss-Pidstrygach (Mainz)
- Antonia Zeimetz (Saarbrücken)
Frühjahr 2011
Organisatorisches
- Das nächste Oberseminar Südwest findet am 29. März 2011 in Landau statt.
- Wir beginnen mit einem gemeinsamen Abendessen am 28. März 2011 im Ristorante Raffaele.
- Programm
- Übernachtungsmöglichkeit: Kurpfalzhotel Landau (ca. 15 Gehminuten zur Uni)
- Hier geht es zu einer Karte von Landau, in der der Uni-Campus, das Kurpfalzhotel, der Bahnhof und das Ristorante Raffaele eingetragen sind.
Vortragende in Landau
- Judith Ames (Landau)
- Mathematisches Verstehen – untersucht bei Studierenden im lehramtsbezogenen Masterstudiengang (Lehramt für die Primarstufe)
- Im Rahmen einer Lehrveranstaltung für Studierende im Masterstudiengang Grundschulbildung am Campus Landau der Universität Koblenz-Landau soll mathematisches Verstehen von Studierenden untersucht werden. Die Studierenden, die mit unterschiedlichem mathematischen Vorwissen in diese Lehrveranstaltung kommen, führen ein sogenanntes Mathematikjournal, in dem sie ihr Vorgehen beim Bearbeiten verschiedener Problem- bzw. Fragestellungen beschreiben. Die Einträge sollen Aufschluss über die Art und Weise ihrer Herangehensweise geben. Im Vortrag möchte ich erste Ergebnisse vorstellen und Möglichkeiten zur Gewinnung von Kriterien zur Analyse der Einträge diskutieren.
- Christian Dohrmann (Karlsruhe)
- Touch2Learn: Von Grundvorstellungen, Dynamischer Geometrie und Multi-Touch - Eine Diskussion zu konzeptionellen fachdidaktischen und fachwissenschaftlichen Fragen
- Antonia Zeimetz (Saarbrücken)
- Los von Euklid? - Über Diesterwegs Raumlehre
- Diesterwegs Beitrag zur Erneuerung des Geometrieunterrichts gilt als einer der ersten auf dem Weg „Los von Euklid“. Methodische Kritik stellt den Ausgangspunkt seines Umdenkens dar – insbesondere geht mit dem Nachdenken über die Art und Weise wie unterrichtet werden soll, das Überdenken der Inhalte einher. Diesterweg wertschätzt Pestalozzis eingeschlagenen Weg, doch er sieht, hinsichtlich der Inhalte und deren Begründungen, Schwächen in Pestalozzis Arbeit, die für ihn jeweils Anknüpfungspunkte darstellen. Im Vortrag werde ich Diesterwegs Vorschläge für den Raumlehreunterricht vorstellen, wobei neben der „Raumlehre oder Geometrie, nach den jetzigen Anforderungen der Didaktik“ insbesondere seine Aufsätze und Rezensionen, die in den „Rheinischen Blättern für Erziehung und Unterricht“ erschienen sind, betrachtet werden. Im Zuge seiner Tätigkeit formulierte Diesterweg Aufgaben, die eine neue Aufgabenkultur etablieren soll(t)en. Inwiefern stehen Diesterwegs Ideen für eine Abkehr vom Auswendiglernen und die Betonung von Selbsttätigkeit sowie dem Prozesshaften der Mathematik?
- Lutz Führer (Fankfurt)
- Mathematikunterricht und/oder Reformpädagogik?
- In den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhunderts gab es einen außerordentlichen Boom pädagogisch ambitionierter Literatur, die eine radikale Erneuerung von Unterricht und Schule forderte. Bei allen Unterschieden in den Schwerpunktsetzungen, Leitprinzipien, Methodenvorschlägen und Begründungsvorlieben gab es weitgehende Gemeinsamkeiten und vom Zeitgeist getränkte Begründungs- und Verdrängungsmuster. Das alles ist von der erziehungswiss. Historiographie unter dem Schlagwort "Reformpädagogik" seit Jahrzehnten vielfältig durchgearbeitet und in letzter Zeit auch entzaubert worden. Trotzdem prägen die damaligen Ideen, Schlagworte und Mythen (Oelkers) heute wieder alle "Expertisen" zur Schulreform, wenn es über pressewirksame Defizitanalysen hinaus um konkrete Vorschläge (oder Prüfungen) zu Schul- oder Unterrichtsverbesserungen geht. Im Blick darauf galt mein Interesse der Suche nach einschlägigen zeitgenössischen Beispielen aus oder für den mathematischen Unterricht (mU) an allgemeinbildenden Normalschulen, d. h. für Rechnen und Raumlehre oder auch für den Mathematikunterricht an öffentlichen höheren Schulen. Wie weit wurde im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts die reformpädagogische Aufbruchstimmung für den mU konkretisiert, und was hat sich davon für den Normalunterricht durchgesetzt oder auch - warum - nicht?
Teilnehmer
- Judith Ames (Landau)
- Bernhard Burgeth (Saarbrücken)
- Christian Dohrmann (Karlsruhe)
- Dominik Faas (Landau)
- Christian Fahse (Landau)
- Lutz Führer (Frankfurt)
- Max Geier (Landau)
- Michael Johann (Landau)
- Ulrich Kortenkamp (Karlsruhe)
- Katja Krüger (Paderborn)
- Silke Ladel (Karlsruhe)
- Anselm Lambert (Saarbrücken)
- Paul Libbrecht (Karlsruhe)
- Christian Michalke (Paderborn)
- Engelbert Niehaus (Landau)
- Renate Rasch (Landau)
- Verena Rembowski (Saarbrücken)
- Jürgen Roth (Landau)
- Hans Schupp (Saarbrücken)
- Philipp Ullmann (Frankfurt)
- Ralf Wagner (Landau)
- Ysette Weiss-Pidstrygach (Mainz)
- Antonia Zeimetz (Saarbrücken)
Herbst 2010
Das Oberseminar Südwest Herbst 2010 fand am Montag, 27.9.2010 an der PH Karlsruhe statt.
Teilnehmer
- Hussein Abdelfatah (Karlsruhe)
- Judith Ames (Landau)
- Bernhard Burgeth (Saarbrücken)
- Christian Dohrmann (Karlsruhe)
- Mutfried Hartmann (Karlsruhe)
- Ulrich Kortenkamp (Karlsruhe)
- Oliver Labs (Saarbrücken)
- Anselm Lambert (Saarbrücken)
- Jürgen Roth (Landau)
- Philipp Ullmann (Frankfurt)
- Markus Vogel (Heidelberg)
- Ralf Wagner (Landau)
- Antonia Zeimetz (Saarbrücken)
- Ysette Weiss-Pidstrygach (Mainz)
Vorträge
- 9:15 Philipp Ullmann: Datenkompetenz (Folien)
- 11:15 Axel Schulz (Gastvortrag): Fachdidaktische Kompetenz von Lehrkräften in der Grundschule
- 11:50 Ysette Weiss-Pidstrygach: Die Rolle geometrischer Tätigkeiten und der beteiligten Werkzeuge bei der Entwicklung mathematischer Begriffe und Konzepte
Mittagspause
- 14:15 Hussein Abdelfatah: I would like to present my suggested view to organize mathematics content especially geometry
- 15:15 Oliver Labs: Wie Ideen der algebraischen Geometrie den Mathematikunterricht in den Sekundarstufen möglicherweise bereichern
Zitate
Wenn mein Mathelehrer mir erklären würde, wie ich ein Loch in den Schnee pinkeln kann, dann könnte ich das auch nicht mehr.